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Dr. Michael HÖRNER
 

Facharzt für Dermatologie, Venerologie und Allergologie

1140 Wien, Hütteldorfer Straße 117 / 9

 

www.hautarzt-hoerner.at   mail: praxis@hautarzt-hoerner.at   T: 01/789 26 54

 
   
 

ALLERGIEN: Ein Überblick

Durch eine Fehlfunktion des Immunsystems sind 10-20% der

Menschen von einer der möglichen Allergieformen betroffen

 
   
Was ist eine Allergie?  
Welche Allergien gibt es?  
Atopie / Neurodermitis  
Ähnliche Bilder, keine Allergie  
   
Was ist eine Allergie?  
 

Fehlleitung des Immunsystems

Unser Immunsystem - Schutzbarriere vor körperfremden Einflüssen - basiert auf dem sehr komplexen Zusammenwirken von Immunzellen mit Antikörpern und Botenstoffen. Kommt es im Laufe des Lebens zu bestimmten, "erworbenen" Veränderungen der Immunitätslage, so entstehen Allergien. 

Dabei richtet sich das Immunsystem gegen spezifische, an sich völlig harmlose Auslöser (z.B. Pflanzenpollen, Nahrungsmittel, Gebrauchsmaterialien). Die "fehlgeleitete" Immunreaktion bewirkt Entzündungen, welche zu gesundheitlichen Beschwerden führen. Das "immunologische Gedächtnis" bewahrt die Neigung zu manchen Allergien ein Leben lang; andere Allergien können wieder abklingen.

 
 

Epidemiologie

Während der letzten Jahrzehnte hat die Zahl der Allergien innerhalb der Bevölkerung deutlich zugenommen; 10-20% der Menschen - zunehmend auch Kleinkinder - scheinen davon betroffen zu sein. 

 
 

Risikofaktoren

Als Risikofaktoren zur Entstehung von Allergien gelten:

- Erbliche Faktoren

- Umweltfaktoren: neue Allergene, klimatische Einflüsse

- Hoher Hygienestandard, hoher Sozialstatus

- Geringe kindliche Allergenexposition: Wir wachsen zu reinlich auf!

  Eigentlich sollte unser Immunsystem schon im Kleinkindesalter

  lernen, mit Einflüssen der Umwelt umzugehen.

 
   
Welche Allergien gibt es?  
 

Das klassische Schema nach Gell und Coombs unterscheidet folgende Hauptformen der Allergien:

 
 

Typ 1:

Anaphylaktische Reaktion vom Soforttyp:

Häufig. Rasch - binnen Minuten bis Stunden - eintretende Reaktion z.B. durch Pollen, Nahrungsmittel, Medikamente, Insektengifte

Typ 2:

Antikörperabhängige Zytotoxizität:

Selten: z.B. Blutgruppenunverträglichkeit, frühe Transplantatabstoßung

Typ 3:

Immunkomplex-Reaktion:

Selten: Allergisch bedingte Lungenentzündung, Serumkrankheit.

Typ 4:

Verzögerte Immunreaktion vom Spättyp:

Häufig: Kontaktallergie durch z.B. berufliche Exposition;

Hautausschläge nach Einnahme bestimmter Medikamente.

 
 

Die meisten Patienten suchen den Arzt wegen Beschwerden auf, die auf Allergien des Typs 1 und 4 beruhen.

 

 

 
Atopie / Neurodermitis  
 

Atopie

Unter "Atopie" verstehen wir eine angeborene Fehlprogrammierung des Immunsystems, mit folgenden möglichen Konsequenzen:

Chronisch-schubhaft wiederkehrende Ekzeme mit teils quälendem Juckreiz bei sehr trockener Haut; bekannt als "Atopische Dermatitis" oder "Neurodermitis";

Anfälligkeit gegenüber Infektionen mit Bakterien, Pilzen, Viren;

Entwicklung oft zahlreicher Allergien (Typ 1, Typ 4);

Asthma bronchiale.

Das klinische Bild entwickelt sich häufig im Kindesalter; steigert seine Intensität oft im frühen Erwachsenenalter; bessert sich jedoch meist in den folgenden Jahren. Aufgrund der komplexen Symptomatik muß die Therapie individuell und phasenspezifisch angepaßt sein.

 
 

Neurodermitis

Neurodermitis (atopische Dermatitis) bezeichnet ein komplexes Krankheitsbild der Haut. Ursache ist eine genetische Veranlagung, die mit anderen Erkrankungen verbunden sein kann (z.B. Allergien, Asthma bronchiale). Sie werden unter dem Überbegriff Atopie zusammengefasst (s.o.).

Neurodermitis ist mit einer Störung der Barrierefunktion verbunden. Die Haut wirkt trocken und rissig; sie ist in erhöhtem Maße empfindlich gegen äußere Reize und Infektionen. Es besteht eine Neigung zu wiederkehrenden, teils ausgedehnten, juckenden Ekzemen.

Die ersten Erscheinungen beginnen oft bereits im Kindesalter. Dabei treten schubhafte Erkrankungsphasen auf, unterbrochen von Intervallen relativer Beschwerdefreiheit. Die Häufigkeit und Intensität der Erkrankungsphasen ist von Patient zu Patient verschieden.  Während der Sommermonate kann es zu einer Stabilisierung, während der Übergangszeit und der Wintermonate zu einer Verschlechterung kommen. Im Laufe des Erwachsenenalters klingen die Beschwerden meist ab.

Die vielfältige Symptomatik erfordert phasengerechte und adäquate Therapie. Die richtige Lebensweise und Vermeidung bestimmter Risken können den Verlauf günstig beeinflussen.

 
   
Ähnliche Bilder, keine Allergie  

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Von echten Allergien müssen andere Krankheitsbilder unterschieden werden, deren Symptome jenen der Allergien ähneln.

 

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Rhinitis vasomotorica: 

Rinnende Nase unter Einwirkung von Temperaturwechseln.

 

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Rhinitis / Rhinoconiunctivitis irritativa:

Unspezifische Reizzustände der Schleimhaut von Nase und / oder Augen;

hervorgerufen z.B. durch Stäube, Austrocknung etc.

 

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Unverträglichkeitsreaktionen:

Nahrungsmittel und bestimmte Medikamente können Verdauungsbeschwerden und andere klinische Symptome hervorrufen, die jedoch mit Allergien nichts zu tun haben.

 

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Histaminintoleranz:

Histamin ist jener Botenstoff, der bei Allergien ursächlich für Juckreiz, Entzündungen, sogar Kreislauf- probleme sein kann. Beim allergischen Geschehen (Sofortreaktion, s.o.) wird körpereigenes Histamin aus sog. Mastzellen freigesetzt. - 

Histamin kommt jedoch auch in bestimmten Nahrungsmitteln vor, nicht selten als Abbau- oder Gärungsprodukt. Es findet sich daher in höherem Maße z.B. in bestimmten Sorten Rotwein, Käse, Fisch u.a. Quellen. Manche Patienten können nun aufgrund eines angeborenen Enzymdefekts Histamin nur langsam abbauen. Diese Patienten entwickeln nach Genuß der genannten Nahrungsmittel Beschwerden, die jenen einer Histaminreaktion entsprechen; es liegt jedoch keine Allergie vor.

Therapie: Meidung histaminreicher Nahrungsmittel. Zusätzlich kann ein Nahrungsergänzungsmittel versucht werden, welches den Histaminabbau in der Nahrung erleichtert.

 

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Insektenstichreaktion:

Insektenstiche können verschiedenste akute Hautreaktionen hervorrufen. Diese sind meist mit Juckreiz verbunden, manchmal auch mit deutlichen Schwellungen oder Verfärbungen der Haut. Bienen- und Wespenstiche können auch ohne Vorliegen einer Allergie zu ausgeprägten Beschwerdebildern führen ("toxische Insektenstichreaktion"). Wichtig ist die diagnostische Unterscheidung zur echten Allergie, die manchmal lebensbedrohende Ausmaße annehmen kann.

 

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Kontaktekzem: 

Juckende Hautekzeme können auch ohne Vorliegen einer spezifischen Allergie auftreten. Als Ursachen gelten z.B. übermäßiger Wasserkontakt, Putzmittel, Laugen etc. 

 

 
 

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