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Dr. Michael HÖRNER
 

Facharzt für Dermatologie, Venerologie und Allergologie

1140 Wien, Hütteldorfer Straße 117 / 9

 

www.hautarzt-hoerner.at   mail: praxis@hautarzt-hoerner.at   T: 01/789 26 54

 

   

DIFFERENTIALDIAGNOSE DER

VENENERKRANKUNG

 
Nicht alle Beschwerden der Beine haben mit den Venen zu tun  

 

 
Lipoödem  
Lymphödem  
Orthopädische Ursachen  
Andere Ursachen  
 
Lipödem  

 

Unter "Lipödem" versteht man anlagebedingt weiches Fettgewebe der Arme und Beine. Es tritt vorzugsweise bei Frauen auf, und bildet in wechselnder Ausprägung weiche Fettgewebspolster. Diese speichern Wasser, wodurch es im Laufe des Tages zu verstärktem Schwellungsgefühl kommen kann. Dem kann im Bereiche der Beine durch das Tragen einfacher Stützstrümpfe entgegengewirkt werden.

Lipödeme sind keine Krankheit, können subjektiv jedoch als störend empfunden werden. Einzige grundlegend wirkungsvolle Maßnahme zu ihrer Entfernung wäre die operative Fettabsaugung (Liposuction). Andere Methoden, wie Gewebsmasssagen oder Lymphtherapien, haben keine grundlegend therapeutischen Auswirkungen auf das Lipödem.

 
Lymphödem  

 

Unser Blutkreislauf pumpt Flüssigkeit in die Peripherie des Körpers. Ein Teil der Flüssigkeit tritt als Lymphe in das Gewebe über. Die Lymphflüssigkeit ihrerseits wird durch ein Netzwerk feinster Kapillaren - die Lymphgefäße - wieder in Richtung Herz zurückgeführt. Ist das transportierende Lymphgefäß-system in seiner Funktion eingeschränkt, kommt es zum Lymphstau (Lymphödem).

Mögliche Ursachen eines Lymphödems sind vielfältig:

 
 

Angeborene Anlagestörungen;

Folgeerkrankung nach Infektionen, Entzündungen oder Verletzungen des Gewebes;

Abflussbehinderungen durch Narben, sowie nach noptwendiger operativer Entfernung von Lymphknoten (z.B. im Achselbereich)

 
 

Klinische Symptome

Lymphödeme liegen tiefer im Gewebe (subfaszial). Typischerweise entsteht bei Daumendruck auf das Lymphödem keine Delle, im Gegensatz zu internistisch bedingten (epifaszialen) Stauungsödemen.

Reversible Lymphödeme können bereits bei mangelnder körperlicher Aktivität entstehen (z.B. stundenlanges Sitzen oder Stehen am Arbeitsplatz). Sie nehmen tagsüber an Umfang zu, bessern sich aber (ganz oder teilweise) in der Nacht.

Fixierte Lymphödeme können nicht mehr zurückgehen. Sie entstehen, wenn der Belastung des Gewebes längerfristig keine Therapie entgegengesetzt wird. Hauptgefahr fixierter Lymphödeme sind ausgedehnte Infektionen nach (auch nur kleinen) Verletzungen.

Lymphödeme können auch in Kombination mit Lipödemen auftreten (s.o.). In diesem Fall spricht man vom komplexen Bilde eines Lipolymphödems.

 
 

Diagnose

Nach Feststellung der klinischen Symptome (s.o.) soll das Ausmaß der Funktionsstörung objektiv bestimmt werden. Dies geschieht mittels einer einfach durchzuführenden nuklearmedizinischen Unter-suchung, dem Isotopenlymphogramm.

 

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Therapie

Lymphödeme bedürfen einer langjährigen und konsequenten Betreuung. Basis aller Maßnahmen ist die Kompressionstherapie mittels Bandagen, Spezialverbänden und Kompressionsstrümpfen. Körperliche Aktivität kann - im Verein mit komprimierenden Verbänden oder Strümpfen - den Lymphabstrom fördern. Sehr effektiv ist die fachgerecht durchgeführte Lymphdrainage: Dabei handelt es sich um eine Entstauung des Gewebes durch aufwändige und einfühlsame Massagetechnik. Der positive Effekt hält nur eine bestimmte Zeit an; daher müssen Lymphdrainagen in regelmäßigen Abständen wiederholt werden.

In frühen Stadien ihrer Entwicklung können Lymphödeme durch stetig wiederholte Behandlungen gebessert werden. Die Behandlung fixierter Lymphödeme zielt darauf, weitere Verschlechterungen zu verhindern und Komplikationen zu vermeiden.

 
Orthopädische Ursachen  

 

Beschwerden der Beine entstehen häufig durch orthopädische Leiden. Dazu zählen: Fehlstellungen der Füße und Sprunggelenke; Arthrosen der Knie- und Hüftgelenke; Fehlstellungen des Beckens und der Wirbelsäule.

Die daraus folgenden Fehlbelastungen können zu Gangstörungen führen. Es kommt zu reaktiver Verhärtung und Schmerzen ganzer Muskelpartien, z.B. der Unterschenkel. Die verhärtete Muskulatur kann beim Gehen weniger Flüssigkeit aus dem Bein abpumpen (gestörte Wadenmuskelpumpe). Dies wirkt sich ungünstig auf das Venensystem aus.

Typischerweise kommt es zu - vor allem nächtlich auftretenden - Muskelkrämpfen (Myogelosen) und Schmerzen (Myalgien) der Beine. Im Zuge der Belastungen des Tages können sich außerdem Schwellungs- und Schweregefühl der Beine einstellen.

Die Therapie muss an den ursächlichen Punkten ansetzen:

Orthopädische Behandlung von Fehlstellungen und Fehlfunktionen des Stützsystems (Einlagen, Infiltrationen etc.);

nach Erfordernis leichtere Stützstrümpfe oder stärker wirksame Kompressionsstrümpfe tagsüber;

Richtig dosierte, regelmäßige medizinische Massage der verhärteten Beinmuskulatur: Ziel ist deren Lockerung, wodurch Schmerzen und Stauungszeichen zurückgehen. Zugleich gewinnt die Muskulatur ihr Pumpvermögen zugunsten der Venen wieder.

 
Andere Ursachen  

 

Internistische Ursachen

Zahlreiche internistische Erkrankungen können zu Stauungszeichen der Beine führen. Dazu zählen Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, der Leber, Niere, Schilddrüse u.a. - Tumorleiden der Beckenregion oder der Lymphknoten können den Rücktransport von Blut und Lymphflüssigkeit behindern. Manche Medikationen (z.B. einige Mittel gegen Bluthochdruck) können als Nebenwirkung zu (meist milderen) Flüssigkeitseinlagerungen in das Gewebe der Beine führen.

 

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Urologische / gynäkologische Ursachen

Einseitige - seltener beidseitige - Schwellung der Beine erfordert bei Männern eine urologische, bei Frauen eine gynäkologische Untersuchung zum Ausschluss eines Tumorleidens.

 

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Neurologische Ursachen

Neurologische Funktionsstörungen können zu Bewegungsstörungen und Gangbehinderungen führen. Daraus kann ein gestörter Rücktransport von Blut und Lymphflüssigkeit aus den Beinen resultieren.. Nicht selten treten neurologische und orthopädische Störungen gemeinsam auf.

 
 

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